Die Depression kann zwei Aspekte aufweisen.
Der eine Aspekt bezieht sich auf den hormonellen Überschuss an Cortisol und andere Hormonen, die uns ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit geben. Der Körper kann zum Beispiel Stoffe, die wir in den Apotheken nur rezeptpflichtige erhalten, wie Valium, selbst herstellen.
Der andere ist ein wesentlich unbekannterer Aspekt, der in unserer Kultur deshalb nicht mehr so bekannt ist, weil wir tatsächlich glauben, dass der Mensch nur aus Fleisch und Blut besteht und Bewusstsein aus einer Kombination von Materie, Atomen und elektrischen Impulsen ist. Der zweite Aspekt bezieht sich also viel mehr auf das Öffnen einer Türe, die für uns Angst einflössend wirkt und uns deshalb lähmt, auf die Unendlichkeit des Seins.
Der Umgang mit der Depression muss deshalb auf diese zwei Faktoren abgestimmt und ganz verschieden angegangen werden.
Wenn eine Depression hauptsächlich von den Hormonen ausgeht kann sie ebenfalls zweierlei Aspekte aufweisen.
Eine Depression kann aus einem Überschuss an bestimmten Hormonen (wie Cortisol) empfunden werden oder auf Grund eines Mangels an Endorphienen. Selbstverständlich ist es sehr gut möglich, dass beide Faktoren gleichzeitig zutreffen, was die Wirkung einer Depression zusätzlich verstärkt.
Wenn es ein Thema der Hormone ist, dann kann die Depression über den Regelkreis der Hormone selbst, mit gezielten Übungen aus der stressRegeneration angegangen werden.
Es heisst, dass man in der Einsamkeit ein Heiliger wird oder wahnsinnig. Es ist eines der letzten Geheimnisse im Leben wohin es uns letztendlich führt.
Die Depression nimmt uns alle äusserlichen Werte und Motivationen. Menschen mit einer Depression setzen oft eine Maske auf, die sie in der Gesellschaft nur noch funktionieren lässt. Dieses innere Erleben hat aber in Menschen, die sich bewusst vom Leben zurückziehen grosse Ähnlichkeiten. Menschen die sich aus dem Leben bewusst und meditativ zurückziehen (auch heute noch gehen Menschen ins Kloster – selbst Manager, die aber mit anderen Motiven) finden keine substantiellen Werte in der «weltlichen» Welt und suchen die Seele.
Zum Glück wurde diese Seele schon in allen Glaubensrichtungen gefunden und ist nicht allein-Besitz irgend einer Gruppierung.
Doch viele Seelensuchenden mussten oft durch die Täler der Einsamkeit äusserlich oder innerlich gehen, die einem Menschen mit Depressionen in nichts nachstanden.
Wenn nun ein Mensch mit einer Depression nicht die Möglichkeit hat oder es wagt Schritte zu seiner Seele zu unternehmen, sondern mehr damit beschäftigt ist, seine Maske perfekt aufzusetzen, dann entsteht ein enormer Stress, der durchaus mit dem Tod enden kann, wenn die Spannung nicht erkannt und gelöst werden kann.
Meist können diese Spannungen nur von Menschen erkannt werden, die selbst die «Tiefen des Seins» durchlebt haben.
In diesem Sinn ist ein Mensch, mit einer Depression nicht weit von seinem Glück entfernt, er müsste innerlich nur «loslassen» können und in neue Dimensionen des Seins eintauchen.
Vielleicht wird er dann nicht gerade zum Heiligen, aber die Vorstufe davon wäre der Weise!
Eine Depression kann auch ernährungsbedingt sein. Wenn jemand zu wenig Energie aus der Ernährung bekommt — oder zu wenig isst, dann fühlt es sich für unser Gehirn auch an, wie eine Depression, weil es zu wenig Zucker bekommt.
Der Unterschied zum Fasten ist in dieser Beziehung eindeutig. Beim Fasten verändert der Körper bewusst seinen Stoffwechsel. Fasten ist in traditionellen Kulturen auch immer mit bewusstseins- und seelischen Reinigungsphasen verbunden (übrigens wird Fasten nie mit gesundheitlichen Themen oder gar Abnehmen dort in Verbindung gebracht!).
Wenn also jemand Leistung erbringen muss und gleichzeitig nicht genügend Energie aus der Ernährung bekommt, so fühlt sich sein Gehirn unterzuckert. Selbstverständlich tritt dieser Effekt auch bei bulemischen, anorektischen oder magersüchtigen Menschen ein.
Eine Ernährungsdepression ist aber nicht ganz so leicht anzugehen, weil der Auslöser oft auch im Kopf zu suchen ist. Die Intelligente Ernährung kann in dieser Hinsicht eine grosse Hilfe darstellen, weil sie viele Aspekte diesbezüglich automatisch berücksichtigt, ist aber nur sehr begrenzt eine Lösung.
Es kann nun sein, dass die Depression eingetreten ist, auf Grund eines Schicksalschlags oder eines anderen Ereignisses (Verlassenheit, Verlust, unerfüllte Partnerschaft, etc.)
Natürlich ist die Depression auch in diesem Zusammenhang auf der Ebene der Hormone messbar. Doch sind in diesem Fall die Hormone nur der sekundäre Auslöser. Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist die Ursache und unsere Einstellung zu dieser.
Genau an diesem Schnittpunkt muss die "Arbeit" beginnen.
In diesem Zusammenhang sei gesagt, dass die ultimative Depression der Tod ist.
Ein indisches Sprichwort sagt in diesem Zusammenhang: "Das schlimmste, was dir passieren kann ist der Tod — und der ist auch nicht so schlimm!"
Es ist der gleichzeitige Wunsch sterben zu wollen — aber nicht zu können, dessen Spannungsverhältnis uns in eine Apathie und Lethargie treibt, die wir als Depression wahrnehmen.
Wenn das Spannungsverhältnis von "sterben wollen" und "doch-nicht-können", zu gross wird, kann es sein, dass jemand auf die Idee kommt, den Körper so zu zerstören, dass er nicht mehr lebensfähig ist. Ein solcher Mensch setzt automatisch sterben mit "nicht-mehr-aufwachen-müssen" und "nicht-mehr-wahrnehmen-müssen" gleich.
Diese "Flucht-nach-vorne" hat natürlich einen Denkfehler, denn sie setzt voraus, dass das Zerstören des Bewusstsein mit dem Unbrauchbar-machen des Körpers einhergeht. Was auf einem Denken basiert, das heissen würde, dass Bewusstsein auf Materie basiert.
In asiatischen Ländern war der Selbstmord nicht mit Depression verbunden, sondern mit der Ehre und war ein Akt äussersten Bewusstseins. In diesen Kulturen herrschte aber eine ganz andere Weltanschauung über Bewusstsein und Materie – vielleicht hiessen sie deshalb auch "Hochkulturen"?
Gehen wir aber von der Annahme aus, dass Bewusstsein etwas ganz anderes und unabhängiges ist, und überhaupt nicht auf die "irdische-Ebene" oder den fleischlichen Körper angewiesen ist, dann wäre - um mit einem Beispiel zu sprechen - ein Selbstmord nichts anderes als das Zerstören des Autos, bloss weil uns das Benzin ausgegangen ist oder die Klimaanlage an einem heissen Sommertag ausgefallen ist.
Wenn jemand also sein "Auto" zerstört, muss er zu Fuss weiter … aber schwitzt immer noch!
Deshalb spielt in der Herangehensweise der Depression das Weltbild und die Weltanschauung der betroffenen Person, wie auch der behandelnden Person eine ausschlaggebende Rolle!
Selbstmord ist ein extrem schwieriges Unterfangen, da zwei Kräfte aktiv werden. Die eine, in uns innewohnende Kraft, die Leben will und die andere, die nicht mehr hier sein will.
Weil die meisten Menschen, die sich mit Selbstmordgedanken beschäftigen, sich weder für den einen, noch den anderen Aspekt wirklich entscheiden können, bleiben sie in der Schwebe Diese Schwebe erzeugt einen Dauerspannungs-Zustand (Stress!). Dieser schwebe Zustand oder besser Spannungszustand, kann dazu führen, dass sie so etwas wie "Selbstmord auf Raten" betreiben.
Eine Art von "Selbstmord auf Raten" ist zum Beispiel ein chronisch, ungesunder Lebensstil (Ihrer Phantasie sei an dieser Stelle keine Hilfestellung in Form einer Aufzählung gegeben.)
Eine Änderung des Lebensstils (und übrigens auch der Ernährung), geht deshalb immer einher mit "weniger Depression" und "mehr Glücksgefühl.
Wenn wir also den Weg aus der Depression suchen, dann hängt dies oft auch mit existentiellen Themen zusammen, die uns vielleicht schon länger im Leben begleitet haben und in Form von "schlechten" Gewohnheiten zu uns gehören.
Wenn wir nun beginnen unsere Lebensgewohnheiten und auch unsere Ernährungsgewohnheiten zu ändern, so ist dies oft schwieriger und mit mehr Rückschlägen verbunden, als wir uns das am Anfang vorstellen können.
Deshalb legt die stressRegeneration grossen Wert darauf, eines nach dem anderen anzugehen und vor allem sanft zu arbeiten, damit die Umstellungsphase leichter fällt und die "Seele" zeit hat, den neuen "status quo" anzuerkennen.
So bedeutet "weniger Depression" immer auch "mehr "Glücksgefühl". Doch gerade diese Glücksgefühl kann für einen Menschen, der dies nicht gewohnt ist, bedrohlich wirken, denn ein Glücksgefühl ist mit Bewusstsein, Aktivität, Verantwortung und Selbstwert verbunden — Dinge, die vielleicht wieder verloren gehen könnten, exponiert und verletzbar machen. Und genau diese "Angst" hindert uns oft daran, es gar nicht erst versuchen zu wollen.
Doch sobald jemand in diesen Phasen der Umstellung begleitet wird, und an verschiedenen neuralgischen Punkten unterstützung findet, sind Umstellungen wesentlich leichter und vor allem nachhaltiger, denn das "neue" Bewusstsein ist auch ein Erkenntnisprozess, begleitet von einer körperlichen Umstellung.
Wenn Sie sich mit dem Thema Depression beschäftigen, ist es deshalb wichtig, von jemandem zu lernen und zu hören, der nicht nur aus Büchern weiss, was Depression ist, sondern, der die tiefe "Dunkelheit der Nacht" auch selber überwunden hat.
Übertrieben denken Sie?
Die Brüder Grimm erzählen das Märchen von Hänsel und Gretel. Als Hänsel und Gretel hungrig, müde und hoffnungslos waren fanden sie den Weg aus dem Wald nicht heraus. Als sie aber die Hexe verbrannt hatten und einen riesigen Schatz fanden, war es anscheinend ein leichtes für sie, ihren Vater wieder zu finden. Und siehe da, die böse Stiefmutter war auch gestorben.
Man muss also nichts besondere sein, um den inneren Schatz in sich zu finden. Der Schatz kann dabei mit der "inneren Kraft" oder Motivation verglichen werden. Aber man muss bereit sein, die Hexe, welche einem für ihre eigenen Zwecke nur "mesten" wollte, zu überwinden. Pikant ist, dass Gretel von der Hexe zu Aktivität gezwungen wurde (durfte keine Ruhe mehr haben = Dauerstress) und Hänsel wurde zu Inaktivität gezwungen (abstumpfung = Tod).
Gerne erzählen wir Ihnen wie es weiter geht … in der Interpretation. Lassen Sie uns wissen, wenn Sie mehr hören möchten!